Mikroplastik in der Kosmetikindustrie

Mikroplastik in der Kosmetikindustrie

Gastautor: Nadja Macherey (Master in Public Policy)

Fest, flüssig, gel- oder wachsartig: Plastik spielt in einer Vielzahl von Erscheinungsformen eine zentrale, jedoch oft unbewusste Rolle in unserer täglichen Hygieneroutine. Jährlich gelangen zirka 977 Tonnen Mikroplastik (Plastikpartikel mit einer Größe von bis zu fünf Millimetern) und 46.900 Tonnen gelöste Polymere in Deutschland aus Kosmetikprodukten sowie Wasch-, Putz- und Reinigungsmitteln ins Abwasser. Das ergibt die Studie, die vom Fraunhofer-Institut für Umwelt-, Sicherheits- und Energietechnik (2018) im Auftrag des Naturschutzbund Deutschland (NABU) durchgeführt wurde.

In den vergangenen Jahrzehnten wurden primäre Plastiksubstanzen von der chemischen Industrie vermehrt eingesetzt Allein in Deutschland setzt die Kosmetikindustrie jedes Jahr ungefähr 500 Tonnen Mikroplastik ein (Umweltbundesamt, 2015). In Duschgels oder Peelings dienen sie als Schleifmittel. In Shampoos erzeugen sie ein geschmeidiges Gefühl der Haare. Dabei legt das in Shampoos oder Conditionern oft enthaltende Polyquaternium-7 beispielweise einen dünnen plastikartigen Film um das Haar. Über den Abfluss gelangt das darin verarbeitete Plastik in Flüsse, Seen und Meere. Da die Teilchen sich nicht biologisch abbauen, zerfallen sie stattdessen in immer kleinere Teilchen.

In der Umwelt wird das Plastik zu einem verheerenden Problem mit langwierigen und noch nicht vollständig erforschten Auswirkungen. Mikroplastik ist fast überall in der Natur nachweisbar – in Meeren, Schnee oder Lebewesen, von Insekten und Weichtieren über Vögel bis zu Säugetieren. Meerestiere können beispielweise die kleinen Plastikteilchen mit Nahrung verwechseln, wodurch das Plastik in die Nahrungskette mit aufgenommen wird. Aber nicht nur die großen Tierarten sind betroffen, sondern auch die Fauna der Meere, wie zum Beispiel Plankton. Während einige Organismen die Mikroplastikpartikel ohne offensichtlichen Schaden wieder ausscheiden, ist mit der Aufnahme von Mikroplastik in der Regel auch eine Aufnahme von Schad- und Giftstoffen verbunden. Die dem Mikroplastik beigefügten Stoffe, die für die Langlebigkeit des Plastiks sorgen, können zum Beispiel in das Blut gelangen und in Organen gespeichert werden. In der Forschung besteht ein Konsens darüber, dass Mikroplastik ähnlich wie ein Magnet wirkt und mit zunehmender Verweildauer im Wasser eine entsprechend größer werdende Menge an Schad- und Giftstoffe anzieht. Letztendlich können auch Menschen diese Plastikpartikel und Schadstoffe aufnehmen. Die Auswirkungen der Aufnahme von Mikroplastik und damit verbunden die von Schad- und Giftstoffen in den menschlichen Körper sind weitgehend unerforscht.

Im Kontext von unter anderem dieses Problems, verabschiedeten die Unterzeichnerstaaten der Vereinten Nationen die Agenda 2030 in 2015. Ihr Herzstück ist ein Katalog mit 17 Zielen für nachhaltige Entwicklung, den so-genannten Sustainable Development Goals (SDGs). Deren Ziel ist es die Welt in einen Ort zu verwandeln, ‚,an dem Menschen ökologisch verträglich, sozial gerecht und wirtschaftlich leistungsfähig in Frieden miteinander leben können‘‘ (Begisheva, 2019). Mit den plastikfreien Produkten trägt SAPOnaturell aktiv dazu bei die Nachhaltigkeitsziele der Vereinten Nationen voranzutreiben und verhilft somit bei dem Erhalt der Umwelt, ganz nach dem Motto: von der Natur, für die Natur.

 

Quellenverzeichnis

Begisheva, A. (2019). Interview über das neue Meeresschutzprojekt Clean Oceans Initiative. Verfügbar unter https://www.kfw.de/stories/umwelt/naturschutz/meeresschutz-clean-ocean/index.html?kfwmc=kom.sea.google.kfwstories.run-of-site.textad|d1&wt_cc1=stories&wt_cc2=coi [13. August 2020].

Fraunhofer-Institut für Umwelt-, Sicherheits- und Energietechnik. (2018). Mikroplastik und synthetische Polymere in Kosmetikprodukten sowie Wasch-, Putz- und Reinigungsmitteln. Oberhausen. Verfügbar unter https://www.nabu.de/imperia/md/content/nabude/konsumressourcenmuell/181012_mik https://www.ndr.de/ratgeber/verbraucher/Mikroplastik-in-Kosmetik-per-App-erkennen,plastik368.html

Greenpeace. (n.a.). Umweltsünde ab Werk. Verfügbar unter https://www.greenpeace.de/themen/endlager-umwelt/plastik-kosmetik [13. August 2020].

Leiterer, Uwe. (2019). Mikroplastik in Kosmetik per App erkennen. Verfügbar unter https://www.ndr.de/ratgeber/verbraucher/Mikroplastik-in-Kosmetik-per-App-erkennen,plastik368.html [13. August 2020].

Schmäing, T., Steinlein, T., & Grotjohann, N. (2019). Mikroplastik in den Meeren – eine Gefahr für Tiere und Menschen? Eine fachwissenschaftliche Problemanalyse inklusive Materialien für die unterrichtliche Nutzung. Journal Für Didaktik Der Naturwissenschaften Und Der Mathematik (P/S)3, 80-91.

Umweltbundesamt. (2015). Quellen für Mikroplastik mit Relevanz für den Meeresschutz in Deutschland. Dessau-Roßlau. Verfügbar unter http://Quellen für Mikroplastik mit Relevanz für den Meeresschutz in Deutschland

Vereinte Nationen. (2015). Ziele für Nachhaltige Entwicklung - Agenda 2030 der UN. Verfügbar unter https://17ziele.de/ [13. August 2020].